Arthrosetherapie


Die Arthrose ist ein Verschleiß der Gelenke. Hierbei kommt es zu einer Schädigung (Abnutzung) der Knorpeloberfläche. Der druckelastische, stabile und glatte Knorpel bedeckt die Knochenenden der Gelenkpartner und ermöglicht dadurch eine reibungsarme Bewegung der Gelenke. Wird die Knorpeloberfläche durch die Abnutzung uneben, ist keine reibungsfreie Bewegung mehr möglich, es kommt zu Gelenkreizungen und Schmerzen.
Wenn die Belastung des Gelenkes größer ist als die Belastbarkeit entsteht Arthrose. Ursachen sind z.B. Unfall, Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen, Fehlstellungen (z.B. die Hüftdyplasie, X- oder O-Beine), aber auch als Bestandteil des normalen Alterungsprozess des Menschen.

Beschwerden:

Zunächst treten Anlaufschmerzen sowie belastungsabhängige Schmerzen auf, die dann schließlich in einen Ruhe- und Dauerschmerz übergehen. Die Gelenkfunktion ist eingeschränkt, es werden Spannungsgefühl, Bewegunggseinschränkung und Steifigkeit bis hin zur völligen Versteifung des betroffenen Gelenkes beobachtet.
Schwellungszustände und Gelenkergüsse mit Gelenkverformungen, Fehlstellungen und Instabilitäten treten auf. Die gelenkübergreifende Muskulatur verkümmert schonungsbedingt, schmerzhafte Verspannungen der mangelhaften Muskulatur sind die Folge.

Konservative Therapie:

  • Aktivitätsmodifikation: Vermeidung kurzzeitiger Belatungsspitzen, z.B. schnelle Richtungswechsel beim Tennis, Handball. Stattdessen sollten Sportarten mit einem gleichmäßigem kontrollierbaren Bewegungsablauf wie z.B. beim Radfahren, Walking bevorzugt werden. Längere Zwangshaltungen mit übermäßiger Gelenkbelastung sollten vermieden werden.
  • Gewichtsreduktion: Übergwicht führt zu mechanischer Überlastung von Gelenken.
  • Krankengymnastik/ Gerätetraining: Ziel ist die Kräftigung/Dehnung sowie die Verbesserung der Koordinationsfähigkeit der Muskulatur. Durch eine bessere Mikrozirkulation wird der Abtransport von Entzündungsstoffen verbessert, Muskelverspannung lösen sich auf, die Beweglichkeit wird verbessert, bzw. erhalten, die stoßdämpfende Wirkung der Quadrizepsmuskulatur (bei Gonarthrose) verstärkt. Diese Übungen können nach Anleitung durch einen  Physiotherapeuten vom Patienten selbst durchgeführt werden. Als Beispiele seien mobilisierende Übungen, Training der Quadrizepsmuskulatur (an medizinischen Geräten, Radfahren), Bewegungsbad, Aquajogging genannt.
  • Manuelle Therapie/ Chirotherapie: Bei Funktionsstörungen der Gelenke. Dabei wird durch Gelenkmobilisation und Dehnung verkürzter Muskulatur eine Verbesserung der Gleitfähigkeit und Gelenkstabilisierung erreicht.
  • Kältetherapie: im entzündlichen Intervall (aktivierte Arthrose). Dadurch wird die Stoffwechselaktivität herabgesetzt (antientzündlicher und schmerzstillender Effekt). Vorsicht vor Erfrierungen bei zu langer Anwendung oder direkter Anwendung auf der Haut.
  • Wärmetherapie: Sie kommt im chronischem Stadium der Arthrose (ohne entzündliche Aktivität) zur Anwendung und bewirkt eine Gefäßweitstellung, Verbesserung der Durchblutung, Muskelrelaxation und Anhebung der Schmerzschwelle.
  • Ultraschalltherapie: Sie führt zur Wärmebildung und  Verbesserung der Durchblutung und der Gelenktrophik (abschwellend, antientzündlich)
  • Elektrotherapie: Hiermit erreicht man eine Schmerzstillung, Durchblutungs-förderung, Abschwellung, Muskelentspannung/-stimulation. Z.B. mittels TENS.
  • Akupunktur: Nach der traditionellen chinesischen Lehrmeinung strömt unsere Lebensenergie, das Qi durch ein komplexes System von Haupt- und Nebenmeridianen durch unseren Körper. Durch krankmachende Faktoren kann es zu einer Störung des Energieflusses kommen. Durch das Setzen von Akupunkturnadeln in bestimmte Punkte im Verlauf der Meridiane, soll das Energiegleichgewicht wieder hergestellt werden und somit die vorhandenen Beschwerden effektiv behandelt werden. In Studien zeigt sich eine gute Schmerzreduktion bei Arthrosen.
  • Analgetika (Schmerzmittel): Ihre Wirkung ist schmerzlindernd und antientzündlich.
  • Chondroprotektiva (Knorpelschutzpräparate): Ziel ist es, den Knorpelstoffwechsel zu verbessern und dadurch die Symptome der Arthrose zu lindern. Insbesondere bei beginnenden Arthrosen zeigt sich in einigen Studien ein positiver Effekt.
  • Orthopädietechnische Versorgung: Entlastung des geschädigten Gelenkbereichs z.B. durch Einlagen, Schuhzurichtungen, Kniegelenks-/Handgelenks-/ Sprunggelenksorthesen. Dies bewirkt eine Schmerzreduktion, Stabilitätserhöhung und Funktionsverbesserung.
  • Intraartikuläre Injektionen mit Kortison: Bei der aktivierten, stark schmerzhaften Arthrose führt die Kortikoidinjektion zu einer Minderung der Entzündungsreaktion, der Ergußbildung und somit zu einer Verbesserung der Gelenkfunktion. Die Anzahl der Injektionen sollte auf 3-4 pro Jahr beschränkt bleiben.
  • Hyaluronsäureinjektion: Durch die Injektion von Hyaluronsäure (Gelenkschmiere) ins Gelenk wird die arthrotische Gelenkflüssigkeit wieder mit Hyaluronsäure (in arthrotischen Gelenken bis zu 50% vermindert) angereichert. Dadurch wird sowohl die Ernährung des Knorpels als auch die Schmiereigenschaft der Gelenkflüssigkeit (besseres Gleiten des Gelenkes) für ca. 6-12 Monate verbessert. Die positive Wirkung einer Hyaluronsäuretherapie wurde durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt.
  • Topika (Salben): Schmerzstillende Salben (z.B. NSAR-haltig) haben in einigen Studien einen guten schmerzstillenden Effekt gezeigt.
  • Naturheilverfahren: Kneipp-Therapie, Ernährungstherapie, Blutegeltherapie, Neuraltherapie, Phytotherapie

Operative Therapie:

  • arthroskopische Verfahren (Knorpelglättung, Mikrofrakturierung, Knochen-Knorpeltransplantation, Knorpelzelltransplantation)
  • Beinachsenkorrekturen
  • künstlicher Gelenkersatz
  • Arthrodesen (Versteifungsoperationen z.B. bei Fußarthrosen)